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   Laudatio zu Bilder zur Literatur

Laudatio (Auszüge) zur Vernissage der Ausstellung »Bilder zur Literatur der Linde Kauert«

am 6. März 2009 in der Galerie kunstWerkstatt Weißensee in Berlin

Wenn man der Überzeugung anhängt, das alles mit allem zu tun hat … im Universum … dann betrachtet man die BILDER ZUR LITERATUR der Linde Kauert von dem hierfür einzig geeigneten Podium.

Wer nur mal so guckt, der bewundert wohl das Leuchten ihrer Farben, ist verzaubert vom Geheimnisvollen, ja Sagenhaften der wundersamen Geschöpfe denen der Betrachter begegnet, ahnt gar den mystischen Duft, der diesen Bildern gleichsam zu entströmen scheint … Das allein schon nimmt für diese Art von Malerei ein.

Aber in der wirklich vertieften Begegnung mit den Bildern Linde Kauert’s geschieht noch etwas ganz anderes: Wir gewinnen einen Blick in den Kreislauf, in dem Kunst sich unablässig bewegt, verwandelt, variiert, vertont, verklausuliert, Gestalt, Klang, Satz, Gedicht oder … Bild wird. …

… Wir blicken in den Bildern zur Literatur in genau diesen Kreislauf, werden womöglich so Zeuge des Rilkeschen Kreisens um Gott, den uralten Turm. Unser Begriff von Zeit hebt sich auf. Wir erleben betrachtend, wie sich das Geheimnisvolle auf fremde Weise veräußerlicht. Gelesenes wird zum Empfundenen. …

Das in- und zwischen den Zeilen Empfundene verwandelt sich im Seelenlabyrinth der Malerin in eine wieder anders dimensionierte Form des Erscheinens: Nämlich in Körper, Gestalten, Gesichter,  Farben … Varianten von Licht … Und sind doch alle ihrerseits, nur anders, das was der Dichter beim Beschreiben von Papier schuf: Gesetzte Zeichen! Gegen die fliehende Zeit, die Angst, die Not, oder Zeichen der Hoffnung, der Träume, der Liebe … auch des Glaubens …

Viele der Bilder Linde Kauert’s sind solche Metaphern. Mit ihnen vergeht die Angst vor dem Nichts. Sie bergen Einsicht genauso, wie Erschrecken oder Heimkunft. Verwandelte Botschaften aus den Seiten eines Buches … eindringlich in Motiv und Farbe …

… Hier in diesen Bildern geschieht dieses Eingehen des Dichters in andere … durch Wandlung in eine andere Sprache. In die des Seelenbildes.

Linde Kauert spricht eine solche Sprache … und übersetzt auf ihre Weise Äsops Fabeln, Rilke, Hölderlin, Strittmatter, Schwitters u.a. …

 

6. März 2009 / Günther H. W. Preuße