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Vorm Tod ist alles Leben ist keine Werkschau eines prallen Liedermacherinnenlebens, eher ein Nachweis, am »Marathon« teilgenommen und mit dem Mittelfeld ins Ziel gekommen zu sein.
Das Buch enthält Songtexte aus den letzten zehn Jahren und Kurzgeschichten aus jüngster Zeit. Im Vergleich zu ihren Kollegen ist Barbara Thalheim vielleicht die deutsche Singer-
Seit vierzig Jahren versuchen ihre Lieder das Falsche im richtigen Leben aufzuspüren. Das Rezipieren strengt an und beunruhigt. Das ist beabsichtigt.
Barbara Thalheim wollte nie Sängerin werden, das Singen ist zu ihr gekommen. Ihr Beruf, so sagt sie selbst, ist das Zweifeln, ihre Berufung, dagegen anzukämpfen. Vitale Getriebenheit ist ein prägendes Element ihrer Biografie.
Liebe Freunde der EDITION ZWIEFACH, Literatur, der Lyrik und der Kunst
wie Sie alle wissen, wünschte sich Eva Strittmatter von unserem kleinen Künstler-
Ihre Linde Kauert und Heinz Hellmis
Abschied von Eva Strittmatter
Wenn sie (wider eigenem Erwarten) dort oben angekommen ist, scheint es ihr gelungen schon wieder einige Fäden in die eigene Hand bekommen zu haben.
Es stimmt alles: Nach Wochen harten Wetters, ein milder Januartag… Nichts fehlt: Nebel liegt über den Wissen, hoch im Gezweig hinter dem kleinen Friedhof: schwarzer Rabenschrei…
Büsche weiter: Vogelgezwitscher, das für eine kleine Minute gebührend verstummt… Die Schulzenhofer Vogelschar weiß, was sich gehört.
Rosen über Rosen!
Stille über dem Hügel, den wohl zweihundert Menschen bevölkern. Ein Treffen der „Strittmattergemeinde“ zum Abschied ihrer großen Prinzipalin… Alles schaut bewundernd zur Sonne, die um 14.00 Uhr den kleinen Friedhof bescheint. Auch sie hat es geschafft -
Schöne Musik erklingt.
Evas Stimme vom Band…“ich wünschte sehr, dass man mich liebt, und dass mein Lächeln leben bliebe, wenn es mich einmal nicht mehr gibt…“
Kiefernraunen über den Köpfen.
Hermann Kant, der alte Freund spricht. Bewegt aber kraftvoll… von ihr, der Familie, ihrem Leben und Arbeiten… „weil sie hier gewesen ist, werden wir nie mehr alleine sein…“
Wieder schallt ihre vertraute Stimme über das Geviert: „…Ich mach ein Lied aus Stille/ Ich mach ein Lied aus Licht/ So geh ich in den Winter/ Und so vergeh ich nicht…“
„Eine große Frau neben einem großen Mann“ Mit solchem Wort verneigt sich noch einmal ihr Sohn Erwin vor der Mutter. Die anderen Söhne, Ilja, Jakob, der Bruder, Schwiegerkinder und Enkel, die Getreuen Sigrun, Henry und Constanze folgen.
In ihren Abschied fließt wie von selbst der Abschied ihrer Freunde und Verehrer…
Hier bedarf es keiner Regie, keines Winkes…
Große Ruhe, viel Freundlichkeit und gegenseitiges geneigt sein umstrahlt die Menschenrunde… Eva Strittmatter wäre zufrieden gewesen… Sie ist zufrieden… sie muss dabei gewesen sein.
„…Magisch scheinen/ In mich die anderen hinein./ Und ich kann sie in mir vereinen/ Und sie vervielfachen mein Sein…
Jeder spürt es geradezu körperlich…
Ein großes sich Begegnen dann im Dorf, im Gasthof, auch im Hause Strittmatter.
Große Tage sind oft leise Tage. Dieser Januartag war beides.
o8. Januar 2o11 Günther H.W. Preuße